Warum sollen die Studiengänge geschlossen werden?

Der Hochschulpakt aus dem Jahr 2009 war dazu angedacht, die Kompetenzen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg besser zu verteilen und dadurch die Qualität der Ausbildung insgesamt zu verbessern. Im Zuge dessen wurden einige Bereiche, die zuvor noch an beiden Universitäten gelehrt wurden, in die jeweils andere Hochschule ausgelagert: Sowohl die Lehramtsausbildung als auch die musikpädagogisch-künstlerische Ausbildung wurden nach Halle verlegt.

Viele Dozent*innen und Professor*innen pendeln seitdem aus Magdeburg an ihren neuen Arbeitsplatz, die MLU. Was jedoch NICHT verlegt wurde, sind die Professuren der IGP-Studiengänge. Diese Stellen sind nicht in den Strukturplan der MLU überführt worden, sodass die Stellen nach der Pensionierung der Professor*innen auslaufen und nicht neu besetzt werden sollen. Da dies bis Mitte der 2020er Jahre der Fall sein wird, könnte die Möglichkeit des Abschlusses für alle Studierenden nicht mehr gewährleistet werden, wodurch eine Neuimmatrikulation im Wintersemester 2018/19 nicht mehr stattfinden soll.

Diesen „Grund“ führte auch die Fakultätsratssitzung vom 20.12.2017 an. Allerdings handelt es sich dabei jedoch nicht um den „Grund“, sondern die Folge des Versäumnisses, die betreffenden Stellen im Hochschulstrukturplan zu verankern und die Einsetzung neuen Personals nach Emeritierung der Professor*innen entsprechend einzuplanen. Die Ursachen dafür liegen u.a. an den immer wiederkehrenden Einsparrunden, die die Universität im Auftrag des Landes durchführen muss.